Es ist schon erstaunlich und erscheint immer wieder irrsinnig: Nullen und Einsen, Ja und Nein, Strom oder kein Strom, das ist im Prinzip alles, was in einem Computer vorgeht. Und doch sind die Rechenmaschinen heutzutage ein wenig universeller einsetzbar als ein Abakus.

Computer kennen die meisten, zumindest die, die alt genug sind, als Gegenstand für den Hausgebrauch seit den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Geschichte der Heimcomputer und Telespiele – die anfangs gelegentlich fast baugleich waren, abgesehen von den Steuerungselementen und dem äußerlichen Design: Computer mit Tastatur, Tele- bzw. Videospielkonsole mit Joystick, -pad oder Ähnlichem – trat in den Siebzigern in die Phase der flächendeckenden Produktpopularisierung ein, die allerdings erst in den Achtzigern vollkommen durchstartete.

Amstrad (in Deutschland Schneider), Atari und Commodore hießen die Hersteller. Klar, Apple und Microsoft existierten auch bereits, denn beide Firmen wurden in den mittleren 1970er Jahren gegründet, und die fünf genannten waren auch nicht die einzigen Hersteller auf dem Markt, aber wer in den Achtzigern in Deutschland groß geworden ist, hat vor allem auf Atari- und Commodore-Computern gespielt. Aber nicht nur gespielt – damals war der Anteil derjenigen, die tatsächlich auch programmierten, erheblich höher als heutzutage. Ist heute der Umgang mit Computern für quasi jedermann alltäglich, so kann doch kaum jemand noch programmieren. Die absolute Anzahl derer, die es können, mag heute größer sein, man weiß es nicht. Aber die ersten Heimcomputer waren keine bloßen Spiel- oder Arbeitsgeräte.

Zunehmende Verbreitung, abnehmendes Wissen

Sicherlich, es wurde in den Achtzigern am Heimcomputer gespielt wie blöde – nicht, dass da ein Missverständnis entsteht. Klassenkameraden mit haufenweise, bzw. kistenweise illegal kopierten Computerspielen gab es natürlich immer. Auf Floppy Disc. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass jemand nicht nur Spiele hatte, sondern zusätzlich noch Erfahrung mit mindestens einer Programmiersprache und sich überdies mit der technischen Umgebung auskannte, war einfach höher als heute. Hätte sich diese Entwicklung fortgesetzt, könnte einem heute jeder Hans und Franz sagen, was ein vServer mit Plesk ist, und was er im Zusammenhang mit Telekom Hosting bedeutet. Doch heute ist der Computer doch eher Spiel- und Büromaschine: die Menschen kennen sich weniger (oder zumindest weniger tiefschürfend) mit Computern aus, lassen ihren Alltag aber von den Rechenmaschinen durchdringen wie nie zuvor.

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