In der deutschen Wirtschaft ist ein wachsender Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu beobachten. Dabei werden Maßnahmen zur betrieblichen Weiterbildung in zunehmendem Maße wichtig. So lautet ein Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), an der mehr als 15.000 deutsche Unternehmen unterschiedlicher Größe teilgenommen haben.
In der Zeit vom 03. bis 19. Februar konnten sich deutsche Firmen online an der Befragung beteiligen. Auswahl und Ansprache der Unternehmen erfolgte dabei über die Industrie- und Handelskammern der Bundesländer. Auch während der allgemeinen Wirtschafts- und Finanzkrise nehmen viele deutsche Firmen keine Einsparungen an den finanziellen Aufwendungen für Weiterbildungen vor, im Gegenteil. Jedes vierte Unternehmen hat sogar vor, das betriebliche Weiterbildungsangebot zu erweitern. Es handele sich hierbei um eine wichtige Maßnahme für den wirtschaftlichen Aufschwung der ökonomisch angeschlagenen Bundesrepublik.
So haben viele Betriebe erkannt, dass die weiterführende Qualifikation der Mitarbeiter hinsichtlich des Demografischen Wandels ein wichtiges Instrument darstellt. Jedes zweite befrage Unternehmen will seinen Bedarf an Fachkräften mittelfristig durch den Ausbau der betrieblichen Weiterbildung sicherstellen und so auf das altersbedingte Ausscheiden vieler älterer Mitarbeiter reagieren. Die Förderung berufspezifischer Fertigkeiten ist den Unternehmen dabei besonders wichtig. Noch vor Fachwissen sowie persönlichen und sozialen Kompetenzen ist dies für die meisten Firmen der wichtigste inhaltliche Schwerpunkt.
Die Umfrage des DIHK ergab ebenfalls, dass in der deutschen Wirtschaft zunehmend mehr passende, flexible und günstige Angebote zur Qualifizierung der Mitarbeiter erwünscht sind. Viele Unternehmen würden laut eigene Angaben mehr in die betriebliche Weiterbildung investieren, wenn diese sich erkennbar im wirtschaftlichen Erfolg der Firma niederschlagen würde. Ausschlaggebend für die Investition wäre für 28 Prozent der befragten Betriebe, wenn es mehr öffentliche Förderprogramme geben würde. Beinahe jedes vierte Unternehmen würde sein berufliches Weiterbildungsangebot ausbauen, wenn die Mitarbeiter für derartige Maßnahmen auf einen Teil ihres Urlaubs oder ihrer Freizeit verzichten würden.
Öffentliche Förderprogramme können laut Meinung vieler Betrieben ebenfalls einen wichtigen Beitrag leisten. Öffentliche Förderung ist jedoch nicht in jedem Unternehmen beliebt. Zu hoher bürokratischer Aufwand sowie unpassende Maßnahmen zählen zu den am häufigsten genannten Gründen der Unternehmen, auf öffentliche Mittel zu verzichten. Lebenslanges Lernen ist unserer Gesellschaft zu einem zentralen Begriff geworden. Auf dem Arbeitsmarkt kann in der heutigen Zeit nur bestehen, wer dazu bereit ist, seine Fähigkeiten und Kenntnisse stetig zu erweitern. Ständig neue Qualifikation sind in vielen modernen Berufen erforderlich. Eine berufliche Ausbildung ist zwar eine gute Grundlage für den Arbeitsmarkt. Einen auf lange Sicht festen Arbeitsplatz garantiert sie jedoch nicht. Auch sich viele Menschen aufgrund einer längeren Krankheit oder bedingt durch eine längere Arbeitslosigkeit gezwungen, neue berufliche Wege einzuschlagen und ihren Kenntnisstand in vielen Bereich zu aktualisieren.
In der Bundesrepublik gibt es ein umfangreiches Weiterbildungsangebot. In nahezu jeder größeren Stadt existieren entsprechende Bildungseinrichtungen. So kann man zum Beispiel seine Englischkenntnisse in einem Kurs in Berlin erweitern oder Seminare in Hamburg zum Thema neue Medien besuchen. Bezahlt werden berufliche Weiterbildungen in der Regel vom Arbeitgeber.